Kassel setzt komplett auf Wasserkraft

Die städtischen Werke in Kassel beliefern ihre Kunden mit sofortiger Wirkung mit reiner Wasserkraft. Damit ist es die erste deutsche Großstadt die sich vom Strommix verabschiedet. Der Strom wird allerdings nicht in Deutschland produziert, sondern über die Bilanzgrenze aus Skandinavien importiert.

Das Ansinnen von Kassel ist unter Umweltgesichtspunkten auf den ersten Blick löblich. Auf den zweiten Blick wäre es nur löblich wenn im Gegenzug nicht der in Deutschland ungewollte Rest des Strommixes über die gleiche Grenze nach Skandinavien wandert, dann wäre es ein Nullsummenspiel.

In diesem Zusammenhang ist es vielleicht erwähnenswert, daß Norwegen 99,9% seiner Energie aus Wasserkraft bezieht. Sollte das Beispiel Kassels Schule machen, wird man bald beobachten können wie der Anteil an regenerativen Energien in Norwegen genau um den Teil sinkt der nach Deutschland exportiert wird. Dann müßte Norwegen bald einen Anteil an Atomstrom und Strom aus Kohle ausweisen, ohne selbst ein solches Kraftwerk zu besitzen.